Stichwort: White Noise – Mit den richtigen Geräuschen besser einschlafen?

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Wunderwerk Gehör - Wie White Noise zu Entspannung und zu besserem Schlaf beiträgtDas Gehör bleibt während der Nachruhe eigentlich immer auf Empfang, damit unser Gehirn im Zweifelsfall einschreiten und uns aufwecken kann, wenn eine Gefahr droht. Diesen Aspekt haben wir bereits in unserem Artikel über den Ammenschlaf genauer beleuchtet.

Es ist zudem bekannt, dass es Geräusche gibt, die ein Einschlafen erschweren bis unmöglich machen wie z. B. das laute Schnarchen des Bettnachbarn. Darüber hinaus weiß man aber auch, dass kleine Kinder oftmals besser mit Musik bzw. Schlafliedern einschlafen. Und wir haben uns in diesem Zusammenhang im Schlafmagazin auch schon mit der Frage beschäftigt, ob es als Erwachsener besser ist, mit Musik einzuschlafen oder ob man die Musik beim Zubettgehen besser ausstellen sollte (Einschlafen mit Musik – Hilfe oder störend?).

In unserem heutigen Artikel steht White Noise – auch bekannt als Weißes Rauschen – im Mittelpunkt. Diese spezielle Form der Geräusche bzw. Geräuschkulisse soll entspannende Effekte auf das Gehirn und den Körper haben und so auch beim Einschlafen sowie Durchschlafen hilfreich sein können. Nachfolgend erklären wir Ihnen, worum es sich beim White Noise genau handelt, beschreiben die damit verbundenen Effekte und gehen insbesondere auf die Auswirkungen im Bezug auf den Schlaf ein. Zusätzlich bringen wir Ihnen auch die weiteren Rauschsignale Pink Noise und Red Noise näher.

Wir wünschen eine angenehme Lektüre und allzeit guten Schlaf!

Was versteht man unter White Noise?

White Noise entspricht dem Störsignal beim Fernseh-TestbildBeim White Noise oder auch Weißen Rauschen handelt es sich um ein Rauschsignal, welches Töne sämtlicher vom Menschen wahrnehmbarer Frequenzen innerhalb eines Bereiches von circa 20 bis 20.000 Hertz umfasst, welche in identischer Lautstärke übereinanderliegen. White Noise ist entsprechend ein nicht zu definierendes Rauschen bzw. eine dichte Geräuschkulisse aus tiefen, mittleren und hohen Tönen, das sich etwa mit dem Geräusch eines starken Regenschauers, tosenden Wasserfalls, einer brummenden Maschine oder dem Störsignal der Fernsehsender (Testbild-Ton) gleichsetzen lässt.

White Noise ist ein künstlich erzeugtes Geräusch mit monotonem Klang.

Man spricht übrigens aufgrund der Frequenz von Weißem Rauschen – hier gibt es eine Analogie zum Farbspektrum.


Welche Effekte sind mit White Noise verbunden?

Unser Gehör nimmt das andauernde White Noise Rauschen permanent auf. Unser Gehirn misst dem Weißen Rauschen meist kaum Bedeutung bei, weshalb das Geräusch vom Gros der Menschen schon nach kurzer Zeit überhaupt nicht mehr bewusst wahrgenommen wird. Die fortwährend ans Ohr gelangenden Impulse sind eher wenig anspruchsvoll, weshalb sich das Hirn zunehmend entspannt und das monotone Rauschen einfach ausblendet.

In diesem Zuge sinkt auch die Hörschwelle für andere (Stör-)Geräusche. – Durch den White Noise wird eine insgesamt eher laute Geräuschkulisse erzeugt, aus der plötzlich einsetzende andere akustische Ereignisse weniger herausstechen bzw. herausklingen. Wir werden so etwas für die Geräusche desensibilisiert, welche wir als unangenehm empfinden bzw. welche für uns negativ behaftet sind. Auf diese Weise kommt unser Gehirn leichter zur Ruhe und kann den Entspannungszustand besser bzw. länger aufrecht erhalten.

Es ist erwiesen, dass White Noise einen Beitrag zur Reduzierung von Stress leistet. Darüber hinaus soll das Weiße Rauschen das Einschlafen vereinfachen und nächtlichen Schlafunterbrechungen vorbeugen – man schläft besser.


Wie wirkt White Noise auf das Einschlafen und den Schlaf?

Eine Vielzahl von wissenschaftlichen Untersuchungen belegt, dass Weißes Rauschen mehr Ruhe und Entspannung erzeugen kann. Außerdem wurde eine effektive Wirkung von White Noise gegen Anzeichen von Stress wie Kopfschmerzen oder innere Unruhe festgestellt. Dadurch sind wir nicht nur am Tag stressresistenter, konzentrations- und leistungsfähiger, sondern haben auch eine optimale Ausgangsbasis für einen guten, erholsamen Schlaf.

Insbesondere in der Phase des Einschlafens sowie im weiteren Nachtverlauf kann durch den Einsatz von White Noise direkter Einfluss auf störende Geräusche in der Schlafumgebung genommen werden. Das Weiße Rauschen neutralisiert den Lärm und beugt so Schlafunterbrechungen durch plötzlich auftretende Laute vor. Dem Gehirn bleibt unnötiger Stress erspart, wir schlafen besser ein und besser durch.

Im Zusammenhang mit White Noise und seinen Effekten ist zu beachten, dass die monotone Klangkulisse nicht von jeder Person als angenehm und positiv wirksam wahrgenommen wird. Hier gibt es individuell große Unterschiede.

Wer nach einem Versuch mit White Noise nicht überzeugt ist, kann es mit einem anderen Rauschsignal wie Pink Noise oder Red Noise probieren. Auch diese Rauschsignale sollen positiven Einfluss auf den gesamten Organismus haben.


Was zeichnet die Rauschsignale Pink Noise und Red Noise aus?

Neben White Noise werden auch die Rauschsignale Pink Noise und Red Noise vielfach zur Entspannung eingesetzt:

Pink Noise

Zwischen dem White Noise und dem Pink Noise besteht eine große Ähnlichkeit. Der Unterschied besteht nur darin, dass die hohen Frequenzen beim Rosa Rauschen leiser als die tiefen Frequenzen eingesetzt werden. Aus diesem Grund ist der Klang des Pink Noise verglichen mit dem Weißen Rauschen etwas tiefer und weniger intensiv, was einige Menschen als angenehmer und beruhigender wahrnehmen.

Die Klangkulisse des Pink Noise entspricht dem Geräusch von plätscherndem Regen wie er durch ein geschlossenes Fenster gehört wird. Beim White Noise klingt es im Vergleich dazu eher so wie plätschernder Regen bei geöffnetem Fenster.

Red Noise

Im Vergleich zu White Noise und Pink Noise fällt Red Noise insgesamt im Klang noch einmal tiefer aus. Das Rote Rauschen entsteht dadurch, dass die Lautstärke der Töne im mittleren und hohen Frequenzbereich weiter gesenkt wird. So ergibt sich ein dunkler klingendes Rauschsignal, welches nicht selten mit dem Klang eines Gewitters oder einer ruhigen Meeresbrandung gleichgesetzt wird.

Red Noise wird nach seinem Entdecker auch als Brown Noise bezeichnet. Diese Bezeichnung ist ziemlich irreführend, weil es sich bei diesem englischen Nachnamen ebenfalls um eine Farbbezeichnung handelt, diese allerdings nichts mit der Frequenz im Farbspektrum zu tun hat.


Wie kann man mit White Noise seinen Schlaf verbessern?

Die nachgewiesene positive Wirkung der Rauschsignale kann man sich am Abend vor bzw. beim Einschlafen zunutze machen. Entsprechend Sound-Zusammenstellung bieten Audio-Streaming-Dienste wie Spotify oder auch Video-Portale wie YouTube an. Ein paar ausgewählte Videos finden Sie am Ende dieses Artikels.

Darüber hinaus gibt es auch spezielle Noise Generatoren, mit denen man sich eigene Sounds zur Verbesserung des Einschlafens und Durchschlafens erstellen kann.

Spielen Sie die Rauschsignale am besten via Lautsprecher ab. Wenn Sie Kopfhörer verwenden wollen, sollten Sie auf spezielle Modelle zurückgreifen, die eigens für das Schlafen konzipiert wurden.

Es ist ggf. sinnvoll, das Abspielen der Audiodatei nach einer gewissen Zeit zu beenden. Hierfür empfiehlt sich das Einstellen eines (Sleep) Timers.

Eine ideale Lautstärke für jeden, um Weißes Rauschen, Pinkes Rauschen oder Rotes Rauschen zu hören, gibt es nicht. Auch hier mag es der eine lieber lauter und der andere lieber leiser, um richtig von der positiven Wirkung zur profitieren. – Wichtig ist in diesem Zusammenhang zu beachten, dass ein zu leises Abspielen dazu führen kann, dass das Rauschsignal gar nicht mehr beim Gehirn ankommt. Während eine zu hoch gewählte Lautstärke für sich selbst schon wieder störend wirkt und so einer erholsamen Nachtruhe wenig zuträglich ist.


Video: White Noise Black Screen | Sleep, Study, Focus | 10 Hours | Relaxing White Noise


Video: Pink Noise Zehn Stunden – Der Klassiker jetzt in Dark Screen | dalesnale


Video: Super Deep Red Noise (12 Hours) | crysknife007


Weitere Informationen zum White Noise / Weißen Rauschen im Internet:

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Judith Schober

Als Content Marketing Managerin betreut sie seit 2014 die Online-Redaktion des Shops Betten.at. Im Schlafmagazin veröffentlicht sie u. a. Beiträge rund um aktuelle Einrichtungstrends sowie Pflegetipps und Artikel zu Gesundheitsthemen.

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