Schlafphasenwecker – Welche Arten gibt es und was ist davon zu halten?

Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten

Damit der Wecker nicht zum falschen Zeitpunkt klingelt - SchlafphasenweckerDie wenigsten von uns können sich den Luxus erlauben und erst dann den Schlaf am Morgen beenden, wenn sie wirklich ausgeschlafen und von allein aufgewacht sind. Personen, die eher zu den Morgenmenschen bzw. Lerchen gehören und regelmäßig zur selben Zeit aufstehen müssen, wachen oft ganz ohne Hilfsmittel von allein auf. Wer jedoch eher zu den Nachtmenschen bzw. Eulen zählt, braucht morgens meist einen Wecker, um zur richtigen Zeit aus dem Bett zu kommen.

Während wir schlafen wiederholen sich verschiedene Schlafphasen, wobei grob zwischen Leichtschlaf, Tiefschlaf und Traumschlaf unterschieden wird. Besonders unangenehm wird das Wecken durch den Wecker, wenn dieser den Schlaf ausgerechnet in einer Tiefschlafphase unterbricht bzw. beendet. Wer so geweckt bzw. aus dem Schlaf gerissen wird, ist in der Regel alles andere als fit und fühlt sich eher wie vom „Bus überfahren“ oder „gerädert“. So genannte Schlafphasenwecker sollen dieses verhindern, indem sie dafür sorgen, dass man in einer Leichtschlafphase geweckt wird.

Im Schlafmagazin beschäftigen wir uns intensiver mit den Schlafphasenweckern und stellen Ihnen verschiedene Arten von Schlafphasenweckern vor.

Was ist ein Schlafphasenwecker?

Schlafphasenwecker bezeichnet man auch als Biorhythmus-Wecker oder auf Englisch als Sleep-Cycle-Clock.

Bei einem Schlafphasenwecker handelt es sich um einen Wecker, der sich am chronobiologischen Rhythmus seines Nutzers orientiert und diesen in einem günstigen Moment innerhalb der Schlafphasen (Leichtschlaf mit geringer Schlaftiefe) aufweckt. Auf diese Weise soll vermieden werden, dass man morgens vom Wecker aus einer Tiefschlafphase gerissen wird, weil man sich dann meist wie „gerädert“ fühlt.

Schlafphasen

Der gesunde Schlaf gliedert sich in zwei Phasen: den Non-REM-Schlaf und den REM-Schlaf. REM steht dabei für Rapid Eye Movement, was übersetzt schnelle Augenbewegung bedeutet und Aufschluss darüber gibt, wie sich diese beiden Phasen des Schlafes voneinander unterscheiden.

Innerhalb des Non-REM-Schlafes wird noch zwischen vier Stadien unterschieden. Die Stadien 1 und 2 des Non-REM-Schlafes zählen dabei zu den Leichtschlafphasen, während die Stadien 3 und 4 des Non-REM-Schlafes Tiefschlafphasen mit Slow-Wave-Gehirnströmen sind.

Der erste Schlafzyklus fängt mit leichtem Non-REM-Schlaf im Stadium 1 an. Daran schließt sich Non-REM-Schlaf im Stadium 2 an, der bereits tiefer ausfällt, so dass es länger dauert eine Person in dieser Schlafphase zu wecken. Die Non-REM-Schlafstadien 1 und 2 dauern zusammen circa zehn bis 25 Minuten. Daran schließen sich die Stadien 3 und 4 des Non-REM-Schlafes an, die durch langsamere Gehirnströme gekennzeichnet sind. Im ersten Schlafzyklus dauert der Non-REM-Schlaf in Stadium 3 und Stadium 4 etwa 20 bis 40 Minuten an. Wenn fünf bis zehn Minuten des Non-REM-Schlafes in Stadium 4 kommt wieder mehr Bewegung in den Körper und der Schlaf wird wieder leichter. Nun erfolgt der Übergang in den ersten REM-Schlaf der Nacht, wobei dieser eine Dauer von nur etwa einer bis fünf Minuten hat.

Bei Erwachsenen hat der erste Schlafzyklus einer Nacht eine Dauer von 70 bis 100 Minuten. Die weiteren Schlafzyklen sind etwas länger und dauern ca. 90 bis 120 Minuten.

Mehr zu diesem Thema im Schlafmagazin:
https://www.betten.at/magazin/schlafen-schlaf-phasen.html

Da der Wecker „entscheidet“, wann für den Verwender der beste Zeitpunkt zum Aufwachen / Aufstehen gekommen ist, legt man bei einem Schlafphasenwecker keine genaue Weckzeit oder Alarmzeit fest, sondern definiert einen Zeitrahmen oder die Uhrzeit, wo man spätestens aufgestanden sein muss, um z. B. pünktlich zur Arbeit oder zur Schule zu kommen. Abhängig vom eigenen Biorhythmus kann es passieren, dass der Schlafphasenwecker bereits eine halbe Stunde vor der eigentlichen Weckzeit Alarm gibt und so das Aufwachen / Aufstehen „einleitet“.

Der Schlafphasenwecker sucht eine Leichtschlafphase zum Wecken aus, wo man sowieso schon fast wach ist

Nach Möglichkeit wählt der Schlafphasenwecker eine Leichtschlafphase zum Wecken aus. In diesem Moment sind wir schon fast wach und würden uns ohne Wecker wahrscheinlich noch einmal umdrehen, um in einer veränderten Position weiterzuschlafen.

Tests mit Schlafphasenweckern haben gezeigt, dass es positive Auswirkungen auf Körper und Geist hat, wenn man den Tag im Einklang mit seinem persönlichen chronobiologischen Rhythmus beginnt.


Welche Arten von Schlafphasenweckern werden unterschieden?

Damit der Schlafphasenwecker seiner Funktion gerecht werden kann, muss er natürlich technisch in der Lage sein, festzustellen, in welcher Schlafphase sich der Nutzer des Weckers gerade befindet. Um zu erkennen, welche Schlafphase aktuell vorliegt, muss der Schlafphasenwecker Messungen vornehmen. – Hierfür gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten bzw. Verfahren:

  • Messung von physischen Bewegungen
  • Messung der Gehirnaktivitäten

Schlafphasenwecker, die Bewegungen des Körpers messen

Es gibt eine große Bandbreite an unterschiedlichen Schlafphasenweckern, die mithilfe von Bewegungsmessung den optimalen Zeitpunkt zum Wecken ermitteln. Die Messung der Bewegung kann dabei z. B. durch einen Sensor erfolgen, welcher je nach Modell beispielsweise zwischen Laken und Matratze oder zwischen Lattenrost und Matratze platziert wird und von dort aus, die Bewegungen an den eigentlichen Wecker übermittelt. Die Übermittlung erfolgt häufig kabellos – meist via Bluetooth, manchmal auch über WLAN. Eine weitere Möglichkeit zur Bewegungsmessung besteht im Tragen eines Handgelenk-Trackers (wie ein Fitness-Armband), welches die ermittelten Schlafdaten dann – ebenfalls kabellos – an den Wecker oder auch an eine Smartphone-App überträgt.

Die per Bewegungsmessung funktionierenden Schlafphasenwecker nutzen aus, dass der Mensch sich während der Tiefschlafphasen nicht bewegt und wählen dementsprechend eine Phase mit erhöhter Bewegung als optimalen Zeitpunkt zum Wecken aus.

Schlafphasenwecker, die Gehirnaktivitäten messen

Um die Gehirnaktivität messen zu können, benötigt der Schlafphasenwecker Zugriff auf spezielle Sensoren, die sich an der Stirn des Schlafenden befinden. Analog zur Schlafanalyse im Schlaflabor können die über die Sensoren ermittelten EEG-Daten ausgewertet werden, um die verschiedenen Schlafphasen genau zu identifizieren. Für ein besseres Handling sind die Sensoren der Schlafphasenwecker häufig in ein Stirnband eingearbeitet.

Wecker, bei denen eine Hirnaktivitätsmessung zur Ermittlung des bestmöglichen Weck-Zeitpunktes erfolgt, sind in der Regel etwas zuverlässiger als Schlafphasenwecker mit Bewegungsmessung. In der Praxis werden die erforderlichen Sensoren am Kopf jedoch häufig als schlafstörend empfunden. Außerdem sind derartige Schlafphasenwecker aufgrund der noch komplexeren Technik im Vergleich eher teuer und so für den Heimgebrauch meist eher weniger lohnenswert.


Welche Produkte gibt es im Bereich der Schlafphasenwecker auf dem Markt?

Wie bereits unter „Welche Arten von Schlafphasenweckern werden unterschieden?“ erläutert, ist grundsätzlich zwischen Schlafphasenweckern, die die Hirnaktivität und Schlafphasenweckern, die die Bewegung messen, unterschieden. Innerhalb der Wecker, die mithilfe von Bewegungsaufzeichnung „arbeiten“, gibt es neben den eigens dafür gebauten Schlafphasenweckern mit entsprechendem Zubehör zusätzlich noch viele verschiedene Produkte bzw. Modelle / Varianten:

Fitness-Armbänder, Smartwatches und Armbanduhren mit Schlafphasenwecker

Viele Fitness-Tracker und Smartwatches bieten auch die Möglichkeit zur Schlafüberwachung und eine Schlafphasenwecker FunktionBei den Fitness-Armbändern bzw. Fitnesstrackern und Smartwatches gibt es eine Vielzahl von Modellen, welche über eine Schlafanalyse-Funktion verfügen. Mithilfe einer geeigneten App auf dem Smartphone lassen sich solche Fitnesstracker und Smartwatches meist ohne weiteren Aufwand als Schlafphasenwecker nutzen. Dabei ist es natürlich erforderlich, dass die smarte Uhr oder auch das Fitness-Armband die ganze Nacht über getragen werden.

Auch wer eine Vorliebe für analoge Armbanduhren hat, braucht auf den Komfort bzw. die Funktionalität von Smartwatch und Fitness-Armband bzw. Fitness-Tracker nicht zu verzichten. Mit einem speziellen Armband ausgestattet, lassen sich auch herkömmliche Uhren fürs Handgelenk mit Funktionen wie Schlaferfassung und Schlafphasenwecker und Anbindung an das Smartphone ausstatten. Hier ist allerdings mit Kosten um die 250 € zu rechnen.

App und Smartphone bzw. iPhone als Schlafphasenwecker

Schlafphasenwecker Apps für Smartphone und iPhoneFür Android Smartphones sowie für das iPhone stehen außerdem auch spezielle Apps wie z. B. Sleep Better zur Verfügung, um das Mobiltelefon mit der Funktionalität eines Schlafphasenweckers zu versehen. Damit Smartphone oder iPhone allerdings die Schlafbewegungen des Nutzers registrieren und entsprechend über die gewählte Schlaf-App auswerten können, ist es in der Regel erforderlich, das Handy im wortwörtlichen Sinne mit ins Bett zu nehmen. – Während des Schlafes muss das Smartphone / iPhone nämlich neben dem Verwender auf der Matratze liegen, damit die Sensoren im Handy die Bewegungen des Schläfers messen können.


Was ist von Schlafphasenweckern zu halten?
Sind Schlafphasenwecker empfehlenswert?

Das Konzept der Schlafphasenwecker ergibt durchaus Sinn. – Wohl jeder von uns weiß, wie es ist, wenn der Wecker unseren Schlaf genau im denkbar ungünstigsten Moment – sprich: im Tiefschlaf – unterbricht. Egal, wie gut der Schlaf vor dieser miesen Wecker-Attacke war, meist ist alles hinfällig. Man fühlt sich unausgeschlafen, ist launisch und hat nicht wirklich Lust, das Bett zu verlassen und in den neuen Tag zu starten.

Dank Schlafphasenwecker ausgeschlafen und fitter aus dem Bett und in den Tag startenSucht der Schlafphasenwecker hingegen einen günstigen Zeitpunkt während einer Leichtschlafphase aus, beginnt der Morgen durchaus um einiges angenehmer. Es ist dann fast so, als wären wir ganz von allein – ohne Wecker – wach geworden.

Bei der Auswahl eines Schlafphasenweckers sollte man sich aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten ruhig etwas mehr Zeit nehmen und vorab genau überlegen, welches Konzept unter Umständen am besten zu den eigenen Bedürfnissen passt. – Will man mit dem Smartphone auf der Matratze schlafen? Kommt man gut durch die Nacht, wenn man irgendetwas wie ein Sensor-Stirnband oder einen Handgelenk-Sensor zusätzlich am Körper trägt?

Als weitere Entscheidungshilfe kann es sinnvoll sein, sich im Netz nach unabhängigen Schlafphasenwecker Tests sowie User Bewertungen von Schlafphasenweckern umzuschauen. So kann man sich einen ganz guten Überblick über die verschiedenen Modelle, ihre Funktionalität und Tauglichkeit verschaffen. Wenn man sich für eine Smartphone App interessiert, lohnt es sich auch hier vorab die Rezensionen im Play Store oder im Appstore zu lesen und die verschiedenen Schlafphasenwecker-Apps bzw. Sleep-Cycle-Clock-Apps etwas miteinander zu vergleichen.

Video: Entspannt aufwachen – Schlafphasenwecker | schoolseasy



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Daniela Späth

Daniela Späth

Als dipl. Produktdesignerin ist sie seit 2009 bei Betten.at im redaktionellen Bereich und als Koordinatorin der Sortiments-Aufnahmen tätig.

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