Schlafkultur – So hat sich die Geschichte des Schlafens entwickelt

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Wie hat sich die Geschichte des Schlafes entwickelt? - Mehr über die SchlafkulturFür viele Menschen ist Schlafen eine der schönsten Sachen bzw. Beschäftigungen der Welt. Wer schläft, kann das Bewusstsein für eine gewisse Zeit loslassen und neue Energien für die Herausforderungen des nächsten Tages sammeln. Ohne Schlaf können wir nicht lange überleben.

Prägend für den Schlaf sind allerdings nicht nur biologische Erfordernisse, sondern auch vielfältige kulturelle Einflüsse. Im Schlafmagazin wollen wir einmal einen Blick hinter die Kulissen werfen und schauen, wie sich der Schlaf bzw. das Schlafen im Laufe der Geschichte entwickelt und verändert hat.

Erfahren Sie in unserem Artikel u. a. mehr über die Schlafkultur und darüber, wie sich die Einstellung zum Schlaf im Laufe der Zeit an die Veränderungen im Leben angepasst hat.


Die Geschichte des Schlafes

Im Gegensatz zu anderen biologischen Entwicklungen in der Natur gibt es bezogen auf den Schlaf kaum irgendwelche Beweise oder Belege aus den Anfängen des Lebens auf der Erde. So kann heute niemand sagen, wann und warum sich im Laufe der Evolution das Schlafverhalten bei den Lebewesen herausgebildet hat. Gesichert scheint nur zu sein, dass alle Lebewesen – egal, ob Motte oder Mensch – einen schlafähnlichen Zustand der Inaktivität kennt, welcher sich zyklischen mit dem wachen Zustand der Aktivität abwechselt.

Schlaf bei Mensch und Tier

Die einzige Chance, mehr über den Ursprung des Schlafes herauszufinden, besteht für Evolutionstheoretiker darin, sich mit dem Verhalten unserer Vorfahren auseinanderzusetzen, daraus Rückschlüsse zu ziehen und dann immer weiter hinab auf der Evolutionsleiter zu steigen.

Primaten zeigen ein Schlafverhalten, welches sehr große Ähnlichkeit zum Schlafverhalten des Menschen aufweist.Unsere nächsten Verwandten (Gorilla, Schimpanse, Orang-Utan) weisen ein Schlafverhalten auf, welches sehr große Ähnlichkeit zu unserem hat. So legen sich die Primaten ebenfalls mit geschlossenen Augen zum Schlafen hin. Analog zum Schlaf aller Säugetiere gibt es auch beim Schlaf der Menschenaffen grundsätzlich eine Unterscheidung in zwei Hauptzustände: Tiefschlaf | Traumschlaf (REM-Schlaf). Bei der durchschnittlichen Schlafdauer bzw. beim Schlafbedarf gibt es aber Unterschiede zwischen den Affen und den Menschen. – So fällt der menschliche Schlaf im Vergleich am kürzesten aus, während die Gorillas mit zwölf Stunden Schlaf am längsten ruhen.

Schaut man sich den Schlaf anderer Säugetiere an, findet man eine große Bandbreite an unterschiedlichen Schlafverhalten. So gibt es im Tierreich extreme Kurzschläfer wie die Giraffe oder das Gnu (maximal drei bis vier Stunden Schlaf am Stück) und bemerkenswerte Langschläfer mit einer Schlafdauer von zwanzig Stunden und mehr am Tag wie z. B. dem Koala oder der Fledermaus.

Auch bei Reptilien, Amphibien, Fischen und Vögeln lässt sich ein Zustand reduzierter Aktivität zur mentalen und körperlichen Regeneration beobachten. Das „Schlafverhalten“ dieser Tiergruppen unterscheidet sich natürlich deutlich von dem des Menschen. So sind z. B. viele Zugvögel in der Lage, während des Fluges zu schlafen. Um dabei nicht abzustürzen, verbringen die Vögel allerdings nur etwa 30 Sekunden in diesem besonderen Schlafmodus. In Addition erreichen sie auf diese Weise aber trotzdem die beachtliche Schlafmenge von sieben Stunden täglich. Bei vielen Reptilien kann man beobachten, dass diese ihre Zeit überwiegend in einer ruhenden Position ohne Aktivität verbringen. Und wenn man einen Blick ins Reich der Fische wirft, findet man viele Spezies, die eine Art Schlaf vollziehen, während sie sich mit offenen Augen fortwährend im Wasser bewegen. Allen Lebewesen gemein ist, dass es eine in irgendeiner Form ausgeprägte Art von Schlaf bzw. Schlafverhalten gibt. Sehr häufig lassen sich dabei auch vergleichbare Zustände von Tiefschlaf und Traumschlaf feststellen.

Der Fakt, dass jedes Lebewesen auf der Erde den Schlaf bzw. einen dem Schlaf ähnelnden Zustand kennt und auch auf diesen angewiesen ist, ist ausreichend Beleg dafür, dass der Schlaf lebensnotwendig und nützlich ist. Jeder, der unter Schlafstörungen leidet, wird schmerzlich am eigenen Leib erfahren, was es physisch wie psychisch bedeutet nicht ausreichend Schlaf zu bekommen.

Schlaf in der Antike

In der Antike gab es sowohl bei den Römern als auch bei den Griechen eine beachtliche Anzahl von Göttern und Göttinnen, welche für die Regelung der verschiedensten Lebensbereiche verantwortlich waren. Da auch der Schlaf in der Antike ein bedeutender Teil des Lebens war, gab es auch hierfür jeweils eigene Götter:

Hypnos

Bei den Griechen war Hypnos der Gott des Schlafes. Hypnos war der Sohn von Nyx (Göttin der Nacht) und der Bruder von Thanatos (Gott des sanften Todes), mit dem er gemeinsam in der Unterwelt lebte. Hier wird deutlich, dass schon die alten Griechen eine Verbindung zwischen Schlaf und Tod gezogen haben bzw. beide Zustände als ähnlich, verwandt und wesensgleich bewertet haben. Darstellungen (Gemälde, Statuen) zeigen Hypnos als starken Jüngling mit einem Mohnzweig und einem Schlummerhorn, welches er einsetzt, um den Schlaf auf die Menschen „niederregnen“ zu lassen. Hypnos kann aber nicht nur Menschen in Schlaf versetzen, sondern auch Götter, weshalb er bisweilen als einer der mächtigsten Beherrscher des Weltalls angesehen wird. Die Götter der Träume, die man als Oneiroi bezeichnet, stehen in Beziehung zu Hypnos. – In einigen Quellen ist Hypnos der Vater der Oneiroi, anderen Quellen zufolge ist er ihr Bruder. Namentlich bekannt sind vor allem die Traumgötter Morpheus (erscheint den Schläfern in Gestalt von Menschen oder Göttern, Namensgeber des Morphins), Phobetor (erscheint den Schläfern in Gestalt von Tieren) und Phantasos (erscheint den Schläfern in Gestalt alles übrigen, auch der unbelebten Natur). Das Wort Hypnose ist von Hypnos abgeleitet.

Somnus

In der römischen Mythologie ist Somnus der Gott des Schlafes. Wissenschaftlich taucht Somnus unter anderem in der Bezeichnung für den Schlafmohn = Papaver somniferum auf.

Die Römer wussten den Schlaf in besonderer Weise zu schätzen: Wann immer sich ihnen die Möglichkeit bot, legten sie sich hin, ruhten sich aus und schliefen. Bei den Römern kannte man drei Schlafplätze: ein separater abgetrennter Schlafraum, ein Bett für den Tag (Lesen, Essen, Schlafen) und ein Tragbett mit mehreren Liegeplätzen.

Schlaf im Mittelalter

Für die Menschen im Mittelalter war das Schlafen eine Notwendigkeit, die nicht in Frage gestellt wurde. Man war zu dieser Zeit überzeugt davon, dass sich die Seele im wachen Zustand ihre Energien verbraucht und dass sich diese Energien nur durch Schlaf erneuern lassen.

Schlafen war lange Zeit kein intimer Akt

Auf uns heute wirkt es schon sehr befremdlich, dass der Schlaf über Jahrhunderte hinweg alles andere als eine private Angelegenheit war. – Schlaf wurde relativ öffentlich vollzogen, weil es üblich war, dass sich viele Menschen einen Schlafraum und oft auch ein einziges Bett teilten. Dabei handelte es sich keineswegs nur um Familien in der engeren Definition, sondern um alle Personen einer Hausgemeinschaft, also alle Verwandten und auch alle Bediensteten schliefen gemeinsam in einem Schlafzimmer – bzw. meistens sogar in einem Bett.

Die ersten Schlafzimmer im eigentlichen Sinne entstanden an den königlichen Höfen und gelangten von dort zunächst in die adelige Oberschicht. Bis sich Schlafzimmer auch in bürgerlichen Häusern verbreiten konnten, dauerte es dann noch sehr viel länger.

faultier„Lever du Roi“ – Morgenaudienz Ludwigs XIV.

Bei König Ludwig XIV. Gab es ein allmorgendliches Ritual: Der König empfing nach seinem Erwachen (meist gegen 8 Uhr morgens) nacheinander seine Familie, Adelige seiner Wahl, die ersten Ärzte und Diener sowie Minister und Staatssekretäre in seinen privaten Gemächern. Sein Schlafzimmer befand sich in der Mitte des Palastes und war so der zentrale Ort. – Ludwig XIV. lag während dieser Audienz oft noch im Bett, nahm sein Frühstück ein und kleidete sich dann an. Für diejenigen, die ihn zu dieser frühen Stunde in seinen Räumlichkeiten aufsuchen durften, war dieses eine große Anerkennung durch den Regenten. Der morgendliche Empfang durch den König galt als das bedeutsamste gesellschaftliche Ereignis des Tages.

Im 17: Jahrhundert soll es in den deutschen Bade- bzw. Kurorten zu wenig Betten für die betuchten Kurgäste gegeben haben. Um hier Abhilfe zu schaffen, wurden die zur Verfügung stehenden Schlafstätten einfach doppelt belegt. So durfte die eine Hälfte der Gäste die Betten bis Mitternacht nutzen, während die andere Hälfte der Gäste dann ab Mitternacht schlafen gehen konnte.

Ab dem 19. Jahrhundert setzte sich in vornehmen Häusern zunehmend die Einrichtung eigener Schlafzimmer, Ankleidezimmer und Kinderzimmer durch. Waren Schlafräume früher fast immer leicht zugänglich, wurden sie jetzt mehr und mehr zum abgeschlossenen, intimen Rückzugsort, wo nicht mehr jeder hineingehen sollte.

Auch in Gasthäusern und Krankenhäusern veränderte sich nun zunehmend die Unterbringung von Gästen bzw. Patienten. – Die früher überwiegend vorhandenen Massenlager wurden immer mehr durch Einzelzimmer ersetzt.

Zunehmende Industrialisierung als Feind des Schlafes

Mit der Industrialisierung wurde Schlaf zu einer unbeliebten Angelegenheit.Das Potenzial menschlicher Arbeitskraft rückte mit der Industrialisierung zu Beginn des 19. Jahrhunderts in den Fokus. Für den Einzelnen war Arbeit – insbesondere Feldarbeit – bereits seit jeher die Lebensgrundlage gewesen. Mit der Industrialisierung und dem damit verbundenen Aufkommen großer Fabriken gewann die Arbeitsleistung allerdings auch für andere als den Arbeiter selbst an Wert.

Der Mensch musste mit der Verbreitung der Maschinen in der Welt mithalten. Im Vergleich mit den Maschinen hatte der Mensch allerdings einen großen Nachteil: Er ermüdete. Der Mensch geriet mehr und mehr unter Zugzwang. – Weil die Maschinen ohne Schlaf auskamen, Tag und Nacht liefen und auf diese Weise doppelt so produktiv sein konnte, wurde dasselbe auch von den Menschen, welche die Maschinen bedienten verlangt. So hatte die Arbeitswoche in Deutschland um 1840 herum sage und schreibe 83 Stunden. Zusätzlich gehörte Kinderarbeit zu dieser Zeit zur Tagesordnung. Dass die Menschen müde wurden, störte jetzt den Produktionsprozess und dass der Mensch ein Drittel des Tages schlafend verbringen muss, um nicht krank zu werden, behinderte den Fortschritt. Aus diesem Grund verlor der Schlaf immer weiter an Ansehen.

Nun setzte sich auch die Naturwissenschaft allmählich intensiver mit dem Schlaf auseinander und versuchte eine Erklärung dafür zu finden, warum der Mensch schlafen muss, um bei Gesundheit zu bleiben. Dabei kamen diverse haarsträubende Theorien auf, so gab es z. B. die Annahme, dass eine Blutleere in der Hirnrinde den Schlaf erforderlich machen würde oder dass Sauerstoffmangel dazu führen würde, dass geschlafen werden müsste. Schlaf war einfach etwas Mängelbehaftetes geworden, was nur wenig erstrebenswert war – eine Auszeit ohne Wert. Faulheit und Arbeitsscheue – Attribute, die wir auch heute noch teilweise mit dem Schlafen in Verbindung bringen, haben ihren Ursprung in jenen Tagen.

Kontrolle über den Schlaf

Erst Segen - dann Fluch: die Erfindung der SchlaftabletteObwohl der Schlaf massiv an Popularität eingebüßt hatte, blieb das Bedürfnis danach, sich auszuruhen und zu schlafen bestehen. Man strebte an, nach Möglichkeit, dann zu schlafen, wenn es einem passte und nicht, wenn der Körper danach verlangte. Mit der Erfindung der Schlaftablette im Jahr 1902 hatte man eine vermeintliche Lösung für dieses Problem gefunden. Mithilfe des neu entwickelten Schlafmittels Veronal (Barbiturat) war man nun in der Lage, den Schlaf einzuleiten, wann man wollte und wie lange es in die eigene Planung passte. Man schien sich von den unangenehmen Zwängen des eigenen Organismus befreit zu haben und war in der Lage trotz Arbeit und Stress tief zu schlafen, um am nächsten Tag wieder über die volle Leistungsfähigkeit zu verfügen.

Es dauerte allerdings nicht lange, bis man erkannte, dass das neue Wundermittel dem Menschen eher Schaden brachte als Nutzen und das nicht nur, weil Barbiturate zur Sucht führen und eine Überdosis im Extremfall tödlich ausgehen konnte. – Durch den künstlich herbeigeführten Schlaf konnte keine echte Erholung bewirkt werden, weil durch Barbiturate der erforderliche Tiefschlaf und Traumschlaf gehemmt werden. Mit der Einnahme des Schlafmittels wurde entsprechend kein echter Schlaf erreicht, sondern lediglich eine Art Bewusstlosigkeit oder hypnoseähnlicher Zustand. So kam es, dass Menschen, die glaubten durch die Einnahme von chemischen Schlafhelfern, leistungsfähiger und fit bleiben zu können, eher das Gegenteil erreichten.

Schlaf in unserer modernen Zeit

Die Maßstäbe, die vor der Industrialisierung für die Zeit angesetzt wurden, sind für die meisten von uns heutzutage kaum noch vorstellbar. Vollkommene Selbstbestimmung über den Schlaf und seine Dauer sind heute nur noch für sehr wenige Menschen möglich. Die Einteilung unserer Tage folgt den Erfordernissen der geregelten Arbeitswelt. Schlafen können wir, wenn Zeit dafür ist. Überwiegend wird allerdings von uns erwartet, dass wir hellwach und aktiv sind.

In den letzten zwei Jahrhunderten hat das Schlafen einen großen Wandel durchlebt: Der Schlaf wurde insgesamt mehr zur privaten Angelegenheit, musste jedoch gleichzeitig deutlich an Anerkennung einbüßen.

Gestörter Schlaf – ein neuzeitliches Problem?

Schlafstörungen - ein modernes Problem?Man geht davon aus, dass auch die Menschen früherer Zeiten Schlafstörungen kannten. Zu jeder Zeit gab es vermutlich Ängste und Sorgen, die ein entspanntes Einschlummern und problemloses Durchschlafen erschwerten. Darüber hinaus war man damals häufig nur selten allein im Bett, so dass es bestimmt nicht selten vorkam, dass das Schlaferlebnis durch Flöhe und Wanzen gestört wurde. Heute sind Schädlinge im Schlafzimmer oder Bett eher zur Ausnahme geworden, dafür wird unsere Schlafqualität durch andere Dinge wie Verkehrslärm, Stress im Büro oder den Wecker beeinträchtigt.

In unseren Köpfen ist auch heutzutage noch oft das Denken zu finden, dass es sich beim Schlafen um reine Zeitverschwendung handelt. Mit immer länger werdenden To-Do-Listen fühlen wir uns mehr und mehr gestresst. – Es gibt so viel zu tun, dass zum Schlafen doch eigentlich gar keine Zeit mehr vorhanden ist.

Selbstverständlich sind wir aufgeklärt und wissen natürlich auch – nicht zuletzt dank der Schlafforschung – um die Wichtigkeit des Schlafes für unsere Gesundheit. Es ist uns durchaus bewusst, dass uns Schlafmangel krank machen kann und dass es besser für uns wäre, wenn wir einfach dem natürlichen Rhythmus unseres Körpers folgen würden. – Uns also genau dann ausruhen, wenn unser Organismus uns zu verstehen gibt, dass eine Grenze überschritten wurde und uns dann für das erholsame Schlafen bzw. die vollständige Regeneration auch eine längere Zeit zugestehen.

Trotz unserer Kenntnisse über den Schlaf und seine Bedeutung, vernachlässigen wir ihn in unserer oft unter Zeitdruck stehenden Leistungsgesellschaft. Wir schlafen zu wenig, schlecht und profitieren so nur eingeschränkt von der regenerativen Wirkung des Schlafes.

35% aller Deutschen leiden fast jede Nacht / häufig unter Schlafstörungen und fühlen sich deshalb am Morgen nicht ausgeruht.
(forsa-Umfrage im Auftrag der Initiative „Deutschland schläft gesund“)

Wer Probleme mit dem Einschlafen oder Durchschlafen hat, an einer Schlafstörung leidet oder einfach das Gefühl hat, dass die eigene Schlafqualität besser sein könnte, der sollte unbedingt versuchen, Lösungen zu finden. Nur, wer im Schlaf die notwendige Erholung findet, kann am Tag uneingeschränkt leistungsfähig sein. Im Schlafmagazin finden Sie zu vielen Themen / Problemstellungen Hintergründe, Informationen, Hilfestellungen und Tipps. – Lesen Sie z. B. folgende Artikel:


Woher kommt das Wort Schlaf?

Das Wort Schlaf ist die Substantivierung des Verbs schlafen. Es hat eine germanische Herkunft und lässt sich auf die Wörter sleps (gotisch) und slaf (althochdeutsch, mittelhochdeutsch) zurückführen. Auch die niederländische sowie englische Bezeichnung für Schlaf – nämlich slaap bzw. sleep gehen auf die genannten Begriffe zurück.

Ursprünglich bedeutete schlafen so viel wie schlapp werden und es besteht eine Verwandtschaft zum Adjektiv schlaff.

Es gibt eine Vielzahl von Begriffen, welche sich vom Wort Schlaf ableiten und mit diesem in einem indirekten Zusammenhang hinsichtlich der Bedeutung stehen. Dazu zählen z. B. die Wörter Schläfe (Teil des Kopfes, auf dem der Schlafende liegt), beschlafen (den Geschlechtsakt vollziehen), überschlafen, entschlafen (Hüllwort für sterben) oder Beischlaf (der Geschlechtsakt).

Synonym, bzw. in einem ähnlichen Kontext wie Schlaf bzw. schlafen eingesetzt, verwenden wir auch noch weitere Begriffe:

Schlummer
Ursprung im indogermanischen slu für schlaff, herabhängend. Der Ausdruck slummern taucht zuerst im Niederdeutschen und Mittelhochdeutschen auf. Die Einführung von slummern in die Schriftsprache erfolgte erst im 16. Jahrhundert durch Martin Luther. In der englischen Sprache wird das Wort slumber verwendet.

Dösen
Im https://www.duden.de/rechtschreibung/doesen Duden als quote leicht, nicht tief schlafen; sich in einem Zustand von Halbschlaf befinden quote definiert. Der Begriff dösen stammt aus dem Niederdeutschen und wurde erst im 19. Jahrhundert übernommen. Dösen heißt auf Englisch to doze.

Nickerchen
Das Nickerchen bzw. die Wendung ein Nickerchen machen hat ihren Ursprung im mittelhochdeutschen Wort nücken. – Nücken bedeutet wiederum soviel wie nicken, stutzen, leicht schlummern.

Pennen
Das Verb pennen entstammt der Gaunersprache. Es leitet sich vom Ausdruck Penne ab, welcher ein schlichtes Nachtlager oder eine Herberge kennzeichnete. In der jiddischen Sprache gibt es den Begriff pannai, der sich in etwa mit müßig übersetzen lässt.


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Judith Schober

Judith Schober

Als Content Marketing Managerin betreut sie seit 2014 die Online-Redaktion des Shops Betten.at. Im Schlafmagazin veröffentlicht sie u. a. Beiträge rund um aktuelle Einrichtungstrends sowie Pflegetipps und Artikel zu Gesundheitsthemen.

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